Die verlorenen Lieder Anatoliens

Die verlorenen Lieder Anatoliens

2002 begab sich Nezih Ünen auf eine unvergleichliche Tour durch die entlegensten Ecken Anatoliens. Ausgestattet mit einer Kamera und einem Mikrofon, war sein Ziel die Aufnahme klassischer Volkslieder, die er später in seinem Istanbuler Studio modernisieren und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen wollte. 2010 schließlich entstand eine einzigartige Dokumentation, die vor allem durch Ihre musikalische Vielfalt glänzt.

Anadolunun kayip sarkilari – Die verlorenen Lieder Anatoliens

2002 begann die große Rundreise während dessen Nezih Üzen überwältigende Video- und Ton-Aufnahmen mitnahm. Mit modernster Technik restaurierte er seine Aufzeichnungen, die einerseits einer Zeitreise durch die mehrere tausend jährige Kultur-Geschichte Anatoliens gleichen und andererseits durch die modernen Arrangements und Kompositionen auch zeitgemäße Musikliebhaber zu erreichen weiß.

2005 entschied sich Nezih Ünen seine Arbeiten zu vertiefen und vergrößerte seine Crew. Erneut begab er sich auf eine Tour durch Anatolien, um eine einzigartige Dokumentation zu erschaffen – der Szenerist sollte Anatolien selbst sein, in der die Lieder durch die die Bevölkerung live und ganz ohne Probeaufnahmen vorgetragen werden sollten. Anschließend sollten die Aufzeichnungen, wie bereits zuvor, durch progressiven Sound angereichert werden um somit ein Live-Musical zu erschaffen.

Und tatsächlich strotzt der Film nur von Vielfalt – auf lazisch oder kurdisch vorgetragene Lieder, tscherkessische und kaukasische Tänze, der ‚Semah‘ der alevitischen Gemeinschaft, mit der Saz oder der Ney vorgespielte Rhythmen… Der Film mutet einen Jahrhunderte lang verloren geglaubten Schatz an, der in allen Facetten seinem Titel gerecht wird.

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