Arabisch-chinesische Kalligraphie – Haji Noor Deen

Arabisch-chinesische Kalligraphie – Haji Noor Deen

Es gibt wenige Schriften, die uns schon in ihrer Reinform faszinieren. Wir denken dabei an die arabische und an die chinesische Schrift, die nicht selten von Meistern ihres Fachs eine vollendete Schönheit in Form von Kalligraphien erhalten. Haji Noor Deen Mi Guang Jiang ist ein Kalligraph, der den nahen und den fernen Osten miteinander verschmilzt.


Haji Noor Deen Mi Guang Jiang ist ein renommierter Meister der arabischen Kalligraphie. Geboren 1963 in der Shangdong-Provinz, China, vereint er traditionelle Ideen mit islamischer Kunst und stellt sie einem modernen Publikum vor, indem er sowohl östliche als auch westliche kalligraphische Stile gegenüberstellt.

Einzigartige Verschmelzung von Schriften

Die chinesischen und arabischen kalligraphischen Traditionen wurden oft als die beiden schönsten Manifestationen des geschriebenen Wortes angesehen, aber niemals miteinander verglichen. Tatsächlich sind sie sowohl Gegensatz als auch Ergänzung. Kombiniert jedoch ist das Ergebnis ein künstlerisches Stück, das ein Werk von unglaublich einzigartiger Schönheit darstellt und ein Zeugnis für das synthetische Genie des Menschen.

Noor Deen’s außergewöhnliches Genie zusammen mit seiner einzigartigen Fähigkeit, sein Handwerk spektakulär dem Publikum zu präsentieren, haben ihm Vortrags- und Workshopeinladungen von einigen der renommiertesten Institutionen auf der ganzen Welt eingebracht, darunter die Universitäten Harvard, Cambridge, California-Berkley, Massachusetts Institute of Technology, das Bukhari Institut und viele andere. Er hat Vorträge über Kalligraphie an der Islamischen Hochschule in Zhengzhou, China und dem Zaytuna-Institut in Kalifornien gehalten.
Derzeit entwickelt Noor Deen seine eigene Galerie mit dem Titel „Das Chinesische Haus für die Künste der islamisch-arabischen Kalligraphie“ und das „Arabische Kalligraphie-Kreativzentrum“ an der Nationalen Akademie für Malerei und Kalligraphie in der Provinz Henan, China.

Islam und islamische Kunst in China

Als eine der größten Nationen der Welt repräsentiert die chinesische Bevölkerung 56 Nationalitäten, von denen zehn einen islamischen Hintergrund haben. Auf See und auf dem Lande immigrierten die Muslime über die ersten dreihundert Jahre des Islams nach China. Die erste offizielle Delegation wurde vom Kalifen Uthman etwa um das Jahr 651 nach China gesendet. Sowohl die islamischen als auch die chinesischen Kulturen haben historisch eine reiche Tradition von Respekt, Barmherzigkeit und Mitgefühl. So wurzelte der Islam mit wenig Widerstand in China.

Heute leben etwa 20 Millionen Muslime in China (mehr Muslime als in Saudi-Arabien) und es gibt ca. 35.000 Moscheen. Die Architektur der Moscheen ist ein Beweis für die weiträumige Identität des Islam. Das Zusammenspiel dieser Kulturen, das in der Architektur der chinesischen Moschee veranschaulicht wird, spielt eine wichtige Rolle in der muslimisch-chinesischen Identität.

Die traditionelle arabische Kalligraphie in China ist lebendig und abwechslungsreich und erinnert an Vorstellungen von galoppierenden Pferden, majestätischen Bergketten und rollenden Bächern mit unermesslichem ästhetischem Wert und künstlerischem Reiz. Es erinnert an Musik ohne Melodie und Bildern mit Gefühl. Wie eine tanzende Jungfrau, ist es voll von zarten Linien, natürlich und subtil, erfüllt von einer reichen Phantasie. Es ist das Erbe des Islams in China und ein kultureller und künstlerischer Schatz der Welt.

Nachdem der Islam sich in China verbreitet hatte, einverleibten die Muslime Merkmale der chinesischen Kalligraphie in die traditionelle arabische Kalligraphie. Sie stellt das Wesen der künstlerischen Arbeit der Generationen von Kalligraphen dar, eine einzigartige kulturelle Verschmelzung der chinesischen Kultur und islamischen Kunst. Diese kulturelle Fusion ist bekannt als Sini Kalligraphie.

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