Muslim Slang – 5 muslimische Wörter, die jeder kennen sollte

Muslim Slang – 5 muslimische Wörter, die jeder kennen sollte

Muslim Slang – 5 muslimische Wörter, die jeder kennen sollte

Wie viele artAlaturka Leser sicherlich ahnen, bin ich selber muslimischen Glaubens und rede im Alltag auch „muslimisch“. Das bedeutet nicht, dass ich die arabische Sprache beherrsche, doch es gibt einige Begriffe, die jede(r) Muslim(a) unabhängig ihrer / seiner Herkunft verwendet. 5 davon stelle ich euch in diesem Beitrag vor. 

As-salamu Alaikum

Klingt wie „Salam, I like him“ und meint frei übersetzt, dass jeder Muslim großer Verehrer von Salami ist. Das stimmt natürlich nicht. „As-salamu alaikum“ bedeutet „Friede sei mit dir“ und dient als Begrüßungsformel (und Abschiedsformel), ähnlich wie „Was geht ab?“ oder „Moin“. Abhängig von Geschlecht, Verwandtschaftsgrad und Ort, wird es gerne begleitet von einem Händeschütteln, einer Umarmung oder 70 Küssen.

Fun fact: es gibt auch eine ungekürzte Fassung für erfahrene Muslime, sozusagen ein Director’s Cut. Die extended Version „As-salamu Alaikum Wa Rahmatullahi Wa Barakatuh“ ergänzt oben Genanntes um die Gnade und den Segen Allah’s, womit wir endlich die wichtigste und geführchtetste Vokabel vorweggenommen hätten – Allah.

Exkurs: der muslimische Wortschatz besteht aus 1 + x Wörtern; Allah + alle anderen Wörter. Das bedeutet, dass der gemeine Muslim täglich mehrere hunderte Male ein Wort verwendet, was gemäß tagesaktuellen Schlagzeilen jedem Terroranschlag vorangeht. Theoretisch könnten also täglich 800.000.000 Anschläge in Deutschland verübt werden.*

*Ausgehend von 5 Millionen Muslimen in Deutschland, bei einem Verhältnis von 52% Frauen zu 48% Männern. Im Schnitt kommen Frauen auf 16.215 Wörter und Männer auf 15.669 Wörter pro Tag, wobei etwa 1% auf das Wort „Allah“ entfallen.

Mas’Allah

„Mas’Allah“ bedeutet so viel wie „Was Allah will, das gibt er“. Im Allgemeinen benutzen Muslime dieses Wort, um Allah für seinen Segen zu loben, wenn ihnen eine gute Tat wiederfährt. Die junge Generation neigt diesen Begriff übermäßig zu allerlei Anlässen zu benutzen, so z.B.:

„Mas’Allah, deine Maniküre ist so schön“
„Mas’Allah, du hast den Endgegner besiegt und Level 7 geschafft“
„Mas’Allah, geiler Song“

Ins’Allah

Dieser Begriff kann in verschiedenen Situation verwendet werden, etwa wenn man sich entschlossen hat, etwas zu tun oder einen Vorsatz gefasst hat. Man legt etwas in die Hände Allah’s, da man als Muslim von der Allwissenheit und Rechtschaffenheit Gottes überzeugt ist. „Ins’Allah“ bedeutet nichts anderes als „so Gott will“. Im Alltag eignet sich „Ins’allah“ besonders gut als probates Mittel gegen jammernde Kinder. Eltern in der ganzen Welt setzen „Ins’Allah“ als eine Art Allzweckwaffe ein, um das Wort „Nein“ zu kaschieren und sich geschickt aus der Fürsorgepflicht heraus zu manövrieren.

„Mama, Papa, kann ich morgen ins Kino?“ – „Ins’Allah.“
„Mama, Papa, krieg ich zu meinem Geburtstag einen Pony?“ – „Ins’Allah.“
„Mama, Papa, kann ich irgendwann auch Bundeskanzler werden?“ – „Ins’Allah.“

Jedes Kind weiß um dessen Bedeutung, aber wer wagt es schon Gott anzujammern?

Estagfirullah

Die Übersetzung von „Estagfirullah“ lautet eigentlich „Ich bitte Allah um Vergebung“. Lustigerweise verwendet es manch einer, um über das vermeintliche Fehlverhalten Anderer zu urteilen, statt um Vergebung für das eigene Vergehen zu bitten. Unter uns Türken ist diese Bezeichnung darüber hinaus nicht nur ein Zeugnis von Bescheidenheit, sondern zugleich eine höfliche Form von „Stimmt doch gar nicht, sprich zu der Hand!“.

„Sie haben ein loses Mundwerk“ – „Estagfirullah, das verbitte ich mir“
„Mit deinem riesigen, männlichen Hirn und deinen erstaunlich muskulösen Armen hast du meine Schublade repariert. Danke!“- „Estagfirullah, nicht der Rede Wert“
„Estagfirullaaaah Bruder, das darfst du nicht essen, da ist E23789 drin! Lass uns ein kühles Blondes trinken.“

Allahu Akbar

Kommen wir zur Königsdisziplin. Es ist das Wort, dass jeden Nicht-Muslim vor Angst und Schrecken erstarren lässt. Es ist der Kayser Soze unter den Wörtern. Im Lateinischen gibt es ein Terminus dafür: vereri, was so viel bedeutet wie „fürchten und ehren“, und zwar gleichzeitig. Es ist die verbotene Schrift, der saure Regen, die Heuschreckenplage, die apokalyptischen Reiter, der Lambada…

Es lässt sich darüber streiten, wer denn nun dafür verantwortlich ist, dass wir diese für uns so wertvolle Floskel nicht mehr in Flughäfen, Bahnhöfen, Stadien und sonstigen öffentlichen Plätzen verwenden dürfen. Die wörtliche Übersetzung lautet „Allah ist der Größte“. Der Einsatzort wiederum ist unterschiedlich und in 99,99% aller Fälle völlig losgelöst von jeglichen suizidalen Gedankengängen – etwa im täglichen Gebet oder zur Huldigung der wunderbaren Schöpfungen Gottes. Ein Glück, dass über das Internet maximal ein leises Furzbömbchen explodieren kann. Daher nutze ich die Gunst der Stunde und schreie laut: „Allahu Akbar! Allahu Akbar! Allahu Akbar!“

So liebe Freunde, wenn Ihr das nächste Mal eines dieser Wörter aus dem Munde eines Muslims hört, fürchtet euch nicht und werdet nicht nervös. Wir sprechen diese Dinge täglich in allerlei Zusammenhängen aus, es gehört zu unserem täglichen Wortschatz. In diesem Sinne, Wa Alaikum Salam Wa Rahmatullah Wa Barakatuh.

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