Interview mit dem Kalligraphen Arif Ayduran

Interview mit dem Kalligraphen Arif Ayduran

Arif Ayduran, ein junger Kalligraph aus Berlin, ist ein Könner seines Fachs. Er braucht lediglich einen Filzstift, sowie einen Namen, um daraus wunderschöne Kalligraphien in lateinischen Buchstaben zu zaubern. In einem Kurzinterview hat er mir von seinem Werdegang und seinen Plänen erzählt.

Steckbrief

Name Arif Ayduran
Beruf Kalligraph
Website www.hattatarif.com

Erzähl uns doch etwas über dich. Seit wann machst du das? Wie kamst auf das Kalligraphieren?

Ich bin im Juni 1991 in Berlin geboren und dort groß geworden. Meine Eltern kommen aus Denizli / Türkei. Ich war schon seit meiner Kindheit an sämtlichen Künsten interessiert, dementsprechend war ich auch sehr gut im Kunstunterricht. Meine Lehrerin war immer von meinen Zeichnungen begeistert. Meistens malte ich Dragonball Figuren nach und hab schnell  gemerkt, dass ich sehr begabt in dieser Hinsicht bin.

Ich wurde islamisch aufgezogen und bin regelmäßig in die Moschee zum Islam-Unterricht gegangen. Als 15 Jähriger habe ich die Schönheit der arabischen bzw. islamischen Kalligraphie Kunst kennengelernt und hab angefangen Motive nach zu zeichnen. Ich suchte nach Lehrunterricht, habe aber in Berlin nichts dergleichen gefunden. Also dachte ich mir, „Ich lerne das selber!“ und konnte mich schon nach kurzer Zeit verbessern. Nach einer Weile interessierte mich die „lateinische“ Kalligraphie Kunst. Die ist weitaus einfacher als die Arabische, weil es beliebig nach Phantasie gestaltbar ist. Ich sah mein Fortschritt und glaubte daran, dass ich reif genug bin, es den Leuten anzubieten. Dank Empfehlungen wurde mein Kundenkreis immer größer.

Du bezeichnest deine Arbeiten als „Kalligrafie mit lateinischen Buchstaben“. Was machst du anders als beim klassischen Hüsn-I Hat und weshalb ziehst du es diesen vor?

Die arabische Kalligraphie ist im Gegensatz zum Lateinischen schwerer, weil bestimmte Regeln zu beachten sind. Leider konnte ich diese nicht lernen, weil ich keinen Kurs in Berlin gefunden habe. Ich werde nach meiner Ausbildung versuchen, wenn Allah will, in Istanbul einen Kurs zu besuchen. Obwohl meine Begabung für arabische Kunst ausgeprägter ist, bevorzuge ich die Lateinische, da nach meiner Erfahrung die Leute sich heutzutage mehr für die lateinische Variante interessieren.

Deine Kalligraphien sind immer äußerst dekorativ. Wie gehst du vor und was inspiriert dich? Benutzt du Vorlagen oder fallen dir die Ideen spontan ein?

Danke für das Kompliment. Wie gesagt, es ist eine Sache der Spontaneität und der Phantasie. Ich fange einfach an ohne wirklich zu planen und gehe frei von Regeln vor. Beim Schreiben kommen Ideen, die die Sache noch interessanter machen.

Du machst ja nicht nur Kalligraphien, sondern u.a. auch Wandmalerei. Was bietest du noch an?

Ich schreibe auf Teller, Papier und T-Shirts, gestalte Einladungskarten für Hochzeiten, mache Ringe mit geritzten Namen und designe Logos.

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Ich werde nach meiner jetzigen Ausbildung als Bürokaufmann versuchen, wenn Allah will, in Istanbul ein Kurs zu besuchen. Vielleicht auch als Studium. Wenn die Nachfrage groß bleibt, plane ich auch einen Laden zu eröffnen, aber bis dahin ist noch viel Zeit. Ich bitte euch um eure Bittgebete für mich, damit alles im Rahmen Allah’s Willen passiert.

Insallah. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast.

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